Symposium
Natur entwerfen. Zur Aktualität des Werks von Dieter Kienast (1945-1998)
Freitag, 5. 12. 2008, 17:30 Uhr
Schaulager Basel, Ruchfeldstrasse 19, Basel-Münchenstein
Was bedeutet es gegenwärtig, Natur zu entwerfen — Natur zu denken?
Naturformen und die Reflexion unseres Verhältnisses zu unserer Umwelt sind in Kunst, Architektur und Design gerade wieder omnipräsent. Die Debatten zur Bewahrung unserer Landschaften und zur Gestaltung unserer Städte und Vororte werden hitzig geführt. Zwei Haltungen zur Natur lassen sich ausmachen: Die eine ist geprägt von Romantik und Sinnlichkeit und inszeniert “die schöne Natur”; die andere versucht, die aktuellen Gegebenheiten der Natur- und Umweltzerstörung zu begreifen, gestaltend darauf zu reagieren und auf diese Weise einen Ausweg zu finden.
Zur Aktualität des Werks von Dieter Kienast (1945-1998)
Das Symposium “Natur entwerfen” hat in diesem Kontext auf der Basis des Werks des Schweizer Landschaftsarchitekten Dieter Kienast (1945-1998) einen Beitrag zur aktuellen Diskussion geleistet. Zu den zentralen Fragestellungen zählte, welche Entwurfs- und Denkhaltung die gestaltenden Disziplinen zur “Natur” entwickeln müssen, damit in unserer gegenwärtig sich grundlegend verändernden Welt eine Umwelt geschaffen und erhalten wird, die lebenswert und schön ist. Viele Fragen, die Dieter Kienast als Lehrer, Entwerfer und Theoretiker aufgeworfen hat, kreisten um dieses Thema und sind bis heute aktuell. Kienast lebte in einer Zeit, da sich in der Schweizer Landschaftsarchitektur zwei Haltungen zur Natur scheinbar unvereinbar gegenüberstanden: eine ökologische und eine künstlerisch-gestaltende. Die Vorträge von Christophe Girot und Annette Freytag zeigten, welches Reservoir an Ideen und Lösungen Dieter Kienast für eine gestaltete, von Menschen kontrollierte, und sich ständig verändernde Natur entwickelt hat. Eine renommiert besetzte Podiumsrunde erinnerte daran, wie Kienasts Haltung die heute geführten Debatten über die Gestaltung unserer Umwelt bereichert hat.
Dieter Kienast war Naturwissenschafter, Ökologe, renommierter Gestalter in den Büros Stöckli, Kienast & Koeppel und Kienast Vogt Partner, Gründer der Landschaftsarchitekturausbildung am Departement Architektur der ETH Zürich, und in seiner freien Zeit ein leidenschaftlicher Bergsteiger. Anlass für das Symposium war sein 10. Todestag. Das Video von Marc Schwarz und Annemarie Bucher näherte sich mit Interviews von Zeitzeugen der komplexen Persönlichkeit von Dieter Kienast an.
Das Symposium "Natur entwerfen" wurde in Kooperation mit der Christoph Merian Stiftung und dem Schaulager Basel durchgeführt — in Anlehnung an Kienasts Mitarbeit an der Grün 80 und sein lebenslanges Interesse für zeitgenössische Kunst und interdisziplinären Ideenaustausch.
Programm
| Begrüssung | 17h30 | Theodora Vischer, Direktorin Schaulager Basel |
| | | Christian Felber, Direktor Christoph Merian Stiftung |
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| Einführung | | Natur entwerfen |
| | | Christophe Girot, Professor für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich |
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| | | Metamorphosen in Kienasts Werk: Natürlichkeit und Künstlichkeit |
| | | Anette Freytag, Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich |
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| Video | | D.K. - Eine Spurensuche |
| | | Ein Video von Marc Schwarz und Annemarie Bucher |
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| | | Pause |
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| Podiumsdiskussion | 19h30 | Zur Aktualität des Werks von Dieter Kienast (1945-1998) |
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| | | Unter der Leitung von Arthur Rüegg diskutierten |
| | | gemeinsam mit Christophe Girot und Anette Freytag |
| | | Jacques Herzog (Herzog & De Meuron) |
| | | Annemarie Burckhardt (Theorie / Kasseler Schule) |
| | | Günther Vogt (Vogt Landschaftsarchitekten) |
| | | Udo Weilacher (Universität Hannover) |
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| Apéro | 21h00 | |
Organisation: Caroline Mathis